Amtliche Meldung

„Man kann hier mit den Leuten reden“

Allgemeine Gefahrenabwehr: Die Aufgaben des Ordnungsamtes Nottuln sind vielfältig

Nottuln. Allgemeine Gefahrenabwehr – diese beiden Wörter stehen für die vielfältigen Aufgaben, mit denen das Ordnungsamt der Gemeinde Nottuln betraut ist.
„Und das ist eben wesentlich mehr als nur Knöllchen schreiben oder sich mit Hundehaufen auseinander zu setzen“, weiß Nicole Wortmann, seit kurzem Leiterin des Ordnungsamtes, dass ihr Fachbereich Sicherheit und Ordnung schnell nur mit diesen beiden Dingen in Verbindung gebracht wird.
Die insgesamt vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Nottulner Ordnungsamt wissen eigentlich nie genau, was ihr Arbeitstag so bringt. Besteht er doch aus einem Wechsel zwischen dem ganz normalen Büroalltag einer Behörde und regelmäßigen Außen-Einsätzen inklusive einer 24-Stunden-Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienste am Wochenende. Zum Außendienst zählen unter anderem die Streifengänge durch den Ort oder bei Veranstaltungen wie dem Martinimarkt, um vor allem in den Abendstunden Präsenz zu zeigen.
Hinzu kommen Vorgänge wie Einweisungen nach dem PsychKG (Psychisch-Kranken-Gesetze), die das Ordnungsamt mindestens einmal im Monat fordert. „Bei solchen Einsätzen werden immer die Polizei und ein Arzt oder eine Ärztin hinzugezogen“, unterstreicht Fachbereichsleiterin Wortmann den Ernst einer solchen Situation, in der sich die Betroffenen immer in einer absoluten Ausnahmelage befinden.
Eine Ausnahme vom Alltagsgeschäft des Ordnungsamtes war auch jene Kaffeefahrt, die vor vier Jahren im Saal eines örtlichen Gastronomen stattgefunden hatte. Gemeindeoberrechtsrat Stefan Kohaus, der Vorgänger im Amt von Nicole Wortmann, erinnert sich noch lebhaft daran. Ein pensionierter Kriminalbeamter, der die Situation aus der Nähe mit ansah, hatte die Betrugsmasche des Veranstalters rasch erkannt, und informierte die Polizei darüber. Diese rückte dann zusammen mit dem Ordnungsamt an. „Da die Kaffeefahrt nicht als Verkaufsveranstaltung als sogenanntes ,Wanderlager‘ beim Ordnungsamt angemeldet war, konnten wir sie sofort stoppen“, berichtet Stefan Kohaus. Durch die Reaktion des ehemaligen Kriminalbeamten konnten seinerzeit die Teilnehmer:innen dieser Kaffeefahrt vor größerem Schaden bewahrt werden.
Genauso ist das Ordnungsamt gefragt, wenn es um die Beseitigung von gefährlichen Situationen auf Straßen und Wegen geht. Zum Beispiel dann, wenn Schuttcontainer nicht genehmigt und nicht abgesichert auf einem Radweg abgestellt worden sind, wenn umgestürzte Bäume die Straßen blockieren oder wenn durch Starkregen Überschwemmungen drohen.
„Auch der Katastrophenschutz gehört zu unseren Aufgaben“, berichtet Nicole Wortmann, „in solchen Fällen arbeiten wir eng mit dem Kreis Coesfeld und natürlich der Feuerwehr zusammen.“
Die Fachbereichsleiterin erzählt in diesem Zusammenhang von dem Ahr-Hochwasser, das 2021 Städte und Dörfer zerstörte. Damals half auch das Ordnungsamt Nottuln aus: Es lieferte zusammen mit der Feuerwehr mehrere Tausend Sandsäcke in die Region.
Vor eine besondere Schwierigkeit sah sich das Ordnungsamt Nottuln in den Zeiten der Corona-Pandemie gestellt. „Die ordnungsbehördliche Verordnung zum Umgang mit der Corona-Pandemie in Nottuln ist in unserem Haus erstellt worden“, weist Gemeindeoberrechtsrat Kohaus darauf hin, dass eine solche Verordnung, die für die von ihr Betroffenen weitreichende Konsequenzen gehabt habe, absolutes Neuland gewesen sei. Wohl jeder und jede erinnert sich noch daran, dass es in den akuten Phasen der Pandemie Ausgangsbeschränkungen gab. Ihre Einhaltung wurde vom Ordnungsamt kontrolliert. Genauso wie diejenigen, die aufgrund eines positiven Covid-Testes zu Hause in Quarantäne bleiben mussten.
Für die Ordnungsamtsmitarbeitenden ist kein Tag ist wie der andere. Und gerade das macht den Job so spannend. Aber: Der Ton ist rauer geworden. „Doch die Deeskalation der vorgefundenen Situation steht für uns immer an erster Stelle“, sagt Nicole Wortmann: „Und das ist das Schöne an Nottuln: Man kann hier mit den Leuten reden.“

Info
Wer noch mehr über das Ordnungsamt der Gemeinde Nottuln erfahren möchte, hat beim Sommerempfang der Gemeinde am 31. August viel Gelegenheit dazu. Es wird sich genau wie die anderen Fachbereiche der Gemeindeverwaltung von 17 bis 20 Uhr auf dem Gelände der Feuerwehr an der Appelhülsener Straße vorstellen.

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Die Betreuung von Märkten und Festen wie hier dem Wochenmarkt obliegt ebenfalls dem Ordnungsamt. Die Marktmeisterin kontrolliert zum Beispiel, ob die Marktordnung der Gemeinde Nottuln eingehalten wird und ist erste Ansprechpartnerin für die Marktbeschicker:innen. Foto: Gemeinde Nottuln
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